VERGEMEINSCHAFTUNG DER MÄNGELRECHTE

BAUTRÄGER & RECHT | NACH VERGEMEINSCHAFTUNG DER MÄNGELRECHTE IST DER EINZELNE ERWERBER MIT DER VERFOLGUNG DIESER RECHTE AUSGESCHLOSSEN (OLG KARLSRUHE, URTEIL VOM 30.05.2014 - 8 U 19/14)

 

Grundsätzlich stehen jedem einzelnen Erwerber auch wegen Mängeln am Gemeinschaftseigentum sämtliche Mängelansprüche zu.

Hat die Wohnungseigentümergemeinschaft die Ansprüche auf Erfüllung, Nacherfüllung, Selbstvorname mit Aufwendungsersatz oder Vorschuss an sich gezogen, ist der einzelne Erwerber von der Verfolgung dieser Rechte ausgeschlossen.

Beschließen die Eigentümer, einen Sachverständigen mit einer für alle Beteiligten verbindlichen Mangelbeurteilung zu beauftragen, haben sie - inzidenter - auch die Ausübung der Rechte wegen dieser Mängel an sich gezogen.

 

BAUTRÄGER & RECHT | WOHNUNGSEIGENTÜMERGEMEINSCHAFT DARF GEWÄHRLEISTUNGSRECHTE ERST GELTEND MACHEN, WENN SIE DAS RECHT DURCH BESCHLUSS AN SICH GEZOGEN HAT (OLG DRESDEN, URTEIL VOM 30.05.2014 - 1 U 1899/13)

 

Eine Wohnungseigentümergemeinschaft ist zur Geltendmachung von Gewährleistungsrechten nur dann aktiv legitimiert, wenn sie die Geltendmachung von Mängeln am Gemeinschaftseigentum durch Beschluss an sich gezogen hat.

 

BAUTRÄGER & RECHT | WILL DIE WOHNUNGSEIGENTÜMERGEMEINSCHAFT MÄNGELRECHTE GELTEND MACHEN, MUSS SIE DAS RECHT ERST DURCH BESCHLUSS AN SICH ZIEHEN (OLG MÜNCHEN, URTEIL VOM 03.07.2012 - 13 U 2506/11)

 

Jeder einzelne Erwerber kann Mängel am Gemeinschaftseigentum eigenständig geltend machen. 

Will die Wohnungseigentümergemeinschaft an der Stelle des Erwerbers diesem zustehenden Mängelansprüche einklagen, so muss sie zunächst die Erwerberrechte durch Beschluss an sich ziehen und sodann - soweit sie den Verwalter mit deren gerichtlicher Durchsetzung betrauen will - den Verwalter mit einem weiteren Mehrheitsbeschluss ermächtigen.